Neuraltherapie

Was ist Neuraltherapie?

Die Neuraltherapie ist ein sogenanntes Umstimmungsverfahren. Durch einen gezielten Reiz sollen lokale und übergeordnete Regelkreise positiv beeinflußt werden. Zu diesem Zwecke werden bestimmte Medikamente gezielt an bestimmte Punkte des menschlichen Körpers gespritzt. Die Wirkung ist nicht nur von der reinen medikamentösen Wirkung, sonder nauch vom korrekten Injektionsort und von der Art des gesetzten Reizes abhängig. Daher ist die Neuraltherapie für die Behandlung einer großen Anzahl funktioneller Störungen, für die es nach herkömmlichen Methoden keine adäquate Therapie gibt, besonders geeignet. Unter Umständen ist eine einzige Sitzung ausreichend, um eine deutliche Besserung der Beschwerden herbeizuführen.


Therapeutische Lokananästhesie und Störfelder

Die Neuraltherapie entwickelte sich aus der sog. "Therapeutischen Lokalanästhesie". Bei dieser Art der örtlichen Betäubung wird durch ein Medikament die Schmerzleitung eines Nervs blockiert und dadurch der Schmerz, der durch diesen Nerv geleitet wird, gelindert. Die Gebrüder Hunecke entdeckten, daß eine Schmerzlinderung aber auch an weit von der Einstichstelle entfernten Körperteilen auftreten konnte, ohne daß anatomische Verbindungen existierten. Sie schlossen daraus auf die Existenz sogenannter "Störfelder", die Beschwerden in weit entfernten Körperteilen verursachen können. Als Ergebnis ihrer langjährigen Forschungsarbeiten stellte Ferdinand Hunecke drei Lehrsätze auf:


Jede chronische Krankheit kann störfeldbedingt sein
Jede Stelle des Körpers kann zum Störfeld werden
Eine Injektion in ein Störfeld heilt die durch dieses Störfeld bedingten Krankheiten, soweit dies anatomisch oder physiologisch möglich ist.

Segmenttherapie

Eine weitere Form der Neuraltherapie ist die sogenannte Segmenttherapie. Hierbei macht sich der Therapeut die Tatsache zunutze, dass bestimmte Hautareale in der nervalen Versorgung bestimmten inneren Organen zugeordnet sind; dies bedeutet, daß ein Hautreiz in einem bestimmten Segment einen Einfluß auf das diesem Segment zugehörige innere Organ hat. So kann man mittels Injektionen in die Haut auf funktionale Störungen innerer Organe Einfluß nehmen.


Risiken

Bei guten anatomischen Kenntnissen und Beherrschung der Injektionstechniken ist die Neuraltherapie eigentlich recht risikoarm. Gefahren bestehen vor Allem bei Nichtbeachtung der Kontraindikationen und bei ungenügender Desinfektion der Einstichstelle, so wie bei jeder anderen Injektion ebenfalls.


Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen sind vor allem Allergien gegen das eingesetzte Medikament. Aber auch eine vorherige Behandlung des Patienten mit gerinnungshemmenden Medikamenten wie z.B. "MARCUMAR" schließt Injektionen aus, da es zu nicht kontrollierbaren Blutungen ins Gewebe kommen kann. Nicht angebracht sind Injektionen bei schweren Infekten und Immunkrankheiten (z.B. Tbc, MS) oder bei Erbleiden oder Geisteskrankheiten.


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